Format-gültig, prüfsummen-gültig, vergeben: der Unterschied
„Gültig“ kann bei einer Nummer drei verschiedene Dinge heißen. Nur die dritte sagt, dass es die Nummer wirklich gibt.
Die drei Stufen
- Format-gültig: Länge, erlaubte Zeichen und Aufbau stimmen. Eine deutsche IBAN hat 22 Stellen, eine USt-IdNr. besteht aus DE und neun Ziffern.
- Prüfsummen-gültig: Zusätzlich passt eine Prüfziffer zu den übrigen Stellen. Sie fängt vor allem Tippfehler ab, etwa vertauschte oder falsch getippte Ziffern.
- Vergeben: Die Nummer wurde tatsächlich einem Inhaber zugeteilt. Das kann nur die ausgebende Stelle oder ein Dienst mit Zugriff auf deren Daten bestätigen.
Die Prüfziffer wird nach einer öffentlichen Rechenvorschrift gebildet. Jeder kann sie berechnen, auch für Nummern, die nie vergeben wurden. Deshalb beweist eine bestandene Prüfsumme nie, dass es die Nummer gibt.
Vergleich nach Kennzeichen
| Kennzeichen | Formatprüfung | Prüfziffer | Vergeben? |
|---|---|---|---|
| IBAN | Ländercode, Länge je Land (DE: 22), Zeichenvorrat | Zwei Prüfziffern, Modulo 97 | Nur die Bank kennt das Konto. Auch die Bankleitzahl kann existieren, das Konto trotzdem nicht. |
| USt-IdNr. | DE plus neun Ziffern | Letzte Stelle, ISO 7064 (Modulo 11,10) | Bestätigungsabfrage beim BZSt bzw. in VIES liefert, ob die Nummer gültig vergeben ist. |
| Steuer-ID | Elf Ziffern, erste Ziffer nicht 0, Regeln zur Häufigkeit der Ziffern | Elfte Stelle, ISO 7064 (Modulo 11,10) | Nur das Bundeszentralamt für Steuern ordnet sie einer Person zu; es gibt keine öffentliche Abfrage. |
| Steuernummer | Aufbau je Bundesland, zehn bis elf Stellen in Landesschreibweise | Enthält eine Prüfziffer als letzte Stelle; das Verfahren wird hier nicht nachgerechnet. | Nur das zuständige Finanzamt weiß, wem die Nummer gehört. |
Was die Prüfungen leisten und was nicht
Sie können
- Tippfehler und abgeschnittene oder verlängerte Eingaben erkennen, bevor eine Zahlung oder ein Formular abgeschickt wird.
- Offline und ohne Datenübertragung laufen, weil sie nur rechnen.
- In Tests prüfen, ob Ihr Formular falsche Werte ablehnt.
Sie können nicht
- sagen, ob ein Konto oder eine Nummer existiert, aktiv ist oder wem sie gehört;
- absichtlich erfundene, aber rechnerisch korrekte Nummern erkennen;
- eine Rechnungs- oder Steuerprüfung ersetzen.
Folgerung für Entwicklung und Tests
Wer ein Formular testet, braucht Werte aus beiden Lagern: solche, die alle Prüfungen bestehen, damit der Normalfall funktioniert, und solche mit bewusst falscher Prüfziffer, damit die Fehlermeldung getestet wird. Damit erzeugte Werte keiner realen Person gehören, nutzt diese Seite für IBANs eine nicht existierende Bankleitzahl und für USt-IdNr. eine absichtlich falsche Prüfziffer. Mehr dazu in Was sind Beispieldaten und Testdaten?
Zu den Werkzeugen
Quellen und Stand
- Deutsche Bundesbank: IBAN-Regeln
- Bundeszentralamt für Steuern: Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
- Bundeszentralamt für Steuern: Steuerliche Identifikationsnummer
- VIES: Überprüfung von USt-IdNr. (Europäische Kommission)
Zuletzt inhaltlich geprüft: Oktober 2026. Keine Rechts- oder Steuerberatung; maßgeblich sind die Angaben der zuständigen Stellen.